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Welche Honigarten gibt es? Teil 2

In Deutschland ist die Honigverordnung gültig. Sie schreibt den Imkern vor, welche Methoden zur Honiggewinnung genutzt werden dürfen. Für die Gewinnung von Honig werden die Waben geschleudert, gepresst oder ausgetropft.

Laut dem Lebensmittelrecht werden die Imker als Lebensmittelunternehmer eingestuft und müssen daher hygienisch und sauer arbeiten. Dies gilt für alle Arbeitsschritte. Die Ware muss jeder zurückverfolgen können und die einzelnen Arbeitsschritte muss der Imker dokumentieren.

Nachstehend die verschiedenen Honigarten und wie sie hergestellt werden.

Wie wird Schleuderhonig hergestellt?

Sehr viele Imker holen den Honig aus den Waben mit einer Honigschleuder. Diese Waben sind sehr stabil und bestehen aus gegossenem Bienenwachs mit fertigen Mittelwänden. Darauf bauen die Bienen ihre eigenen Waben. Natürlich gibt es auch Naturwaben im Rahmen. Da sie allerdings nicht so stabil sind, müssen sie sehr vorsichtig geschleudert werden.

Vor dem Schleudern werden die Waben vom Imker per Hand oder Maschine entdeckelt. Nur so kann der Honig durch die Zentrifugalkraft herausgeschleudert werden. Er läuft an den Wänden der Schleudertrommel in einen Auffangbehälter.

Nach dem Schleudervorgang werden Fremdstoffe wie Wachsteilchen mit Sieben entfernt. Dies kann in Handarbeit oder maschinell erledigt werden. Bei den einzelnen Arbeitsschritten ist eine schonende Behandlung äußerst wichtig, damit die wertvollen Inhaltsstoffe und das Aroma erhalten bleiben. Der Honig darf keinesfalls zu stark erwärmt werden. Bei einer Überschreitung der Temperatur von 40 Grad Celsius werden die wichtigsten Inhaltsstoffe zerstört. Ein zu stark erhitzter Honig darf nur noch als Backhonig verkauft werden.

Wie wird Tropf- und Presshonig hergestellt?

Als es noch keine modernen Honigschleudern und künstliche Wabenrahmen gegeben hat, wurde Honig getropft oder gepresst. Es kamen für diese traditionelle Methode nur Naturwaben zur Anwendung. Die erste Honigschleuder wurde im Jahre 1865 vom österreichischen Imker Franz von Hruschka entwickelt. Bereits 1852 hat der deutsche Bienenforscher August Freiherr von Berlepsch Wabenrahmen erfunden, die wieder verwendet werden konnten.

Auch bei der Herstellung von Tropfhonig muss der Imker die Waben entdeckeln und lässt anschließend den Honig aus den Waben tropfen. Danach siebt der Imker den Honig und rührt ihn je nach Honigsorte.

Beim Presshonig zerbricht der Imker die Waben nach dem Entdeckeln, wickelt sie in feinmaschige Tücher ein und legt sie in die Presse. Auch dieser gewonnene Honig wird gesiebt, eventuell gerührt und anschließend abgefüllt.

Warum wird Honig gesiebt?

Jeder Imker muss die Vorgaben der Honigverordnung (HonigV) einhalten. Demnach dürfen in einem Honig keine honigfremden Stoffe enthalten sein. Fremde Stoffe können durchaus in einen Honig gelangen. Das wären beispielsweise Holzsplitter von dem Rahmen der Honigwabe, Wachsreste oder Chitin-Teile vom Panzer der Biene. Aus diesem Grund siebt der Imker den gewonnenen Honig vor der Abfüllung. Dieser Prozess muss sehr sorgfältig vorgenommen werden, denn Pollen und andere honigeigene Stoffe müssen erhalten bleiben.

Was ist Backhonig?

Wie der Name vermuten lässt, ist dieser Honig nur zum Kochen und Backen geeignet. Der Backhonig erfüllt die hohen Qualitätsansprüche eines Honigs nicht. Das passiert, wenn der Honig zu gären beginnt, er zu hoch erhitzt wurde, der Wassergehalt zu hoch ist und wenn er überrührt wurde.

Dieser so genannte Backhonig wird vom Imker pasteurisiert. Dadurch werden teilweise Enzyme, Zucker, Aromastoffe oder Farbstoffe verändert. Ein Backhonig darf nicht mit anderen Honigsorten vermischt werden. Auf der Verpackung muss deutlich der Hinweis „nur zum Kochen und Backen“ zu lesen sein.

Was ist gefilterter Honig?

Auch die Lebensmittelindustrie benötigt für einige Produkte Honig. Dieser sollte fein und besonders fließfähig sein. Feste Partikel wie Farbstoffe und Pollen könnten Schläuche und Düsen verstopfen. Deshalb wird der Honig durch einen feinen Filter gepresst. Er enthält dadurch keine Luftblasen und ist sehr hell. Deutsche Imker verwenden diese Honigproduktion nicht, denn er erfüllt nicht die geforderten Qualitätsansprüche. Der Deutsche Imkerbund verbietet deshalb das Filtern von Honig,

Außerhalb von Deutschland und Europa gibt es keine so strengen Vorgaben für die Herstellung von Honig. China behandelt den Honig mit einer so genannten Ultrafiltration, die aus dem Bereich der Membrantechnik bekannt ist. Damit auch die kleinsten Stoffe aus dem Honig entfernt werden, verdünnen die Firmen den Honig mit Wasser und pressen ihn durch sehr feinporige Filter. Durch eine Vakuumtrocknung wird dem Honig das Wasser wieder entzogen. In Deutschland ist dieses Verfahren nicht erlaubt.

Aus diesem Grund ist der Kauf bei einem Imker eine Garantie für ein naturbelassenes und hochwertiges Produkt.

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