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Varroa-Milbe – Imker- und Bienenschreck Teil 2

Wie sieht eine Varroa-Milbe aus?

Die Varroa-Milbe gehört zu den Spinnentieren. Borsten überziehen die gesamte Milbe, inklusive Mundwerkzeuge und Beine. Mit ihnen riecht und fühlt die Milbe, denn sie hat keine Augen. Riechen und fühlen macht sie auch mit den vorderen Beinpaaren. Wahrscheinlich kann sie mit diesen Sinnesorganen sogar Feuchte und Temperatur wahrnehmen. Die Struktur des rotbraunen Rücken- und Bauchschildes ist fest. Vorne, unterhalb des Rückenschilds sitzen die Mundwerkzeuge. Die Milben haben zwei Pedipalpen, ein typisches Merkmal von Spinnentieren, und zwei Cheliceren. Bei den Weibchen sitzen am letzten Glied der Cheliceren zwei kleine Zähne. Damit werden die Bienen gebissen.

Mit den Apotelen (spezielle Strukturen) halten sich die Milben am Wirt fest. Zwischen Bauch- und Rückenplatte besitzt die Milbe flexible Membranen. Mit diesen verändert sie ihren Umfang, beispielsweise beim Bilden von Eiern und beim Fressen.

Was genau machen die Blutsauger?

Mit den Mundwerkzeugen sticht die weibliche Milbe die Haut der Bienenlarve und –puppe an. Bei erwachsenen Bienen zwängt sie sich zwischen die Hinterleibs-Segmente der Biene. Das Lebenselixier der Varroa-Milbe ist das Blut und der Fettkörper der Biene. Die Vermehrung geschieht in den Brutzellen.

Sobald die Varroa-Milbe die Biene ansticht, kann sie gefährliche Bakterien und Viren übertragen. Zudem hemmt ein Enzym im Speichel die Blutgerinnung der Bienen. Dadurch können die Nachkommen der Milbe an der offenen Wunde die Nahrung aufnehmen, vorzugsweise das Eiweiß der Biene. Die Drohnenbrut wird gegenüber der Arbeiterinnenbrut bevorzugt, da die Drohnen eine längere Entwicklungsdauer haben. Bei der Drohnenbrut bleibt der Milbe drei Tage länger Zeit für die Entwicklung der Nachkommen. Dies ist bei der westlichen Biene fast das ganze Jahr möglich. Aber auch in normaler Arbeiterinnenbrut lebt die Milbe, insbesondere im Winter, der Zeit wo sehr wenige bis keine Drohnenbrut entsteht, kann die Milbe zu ganzen Völkersterben führen.

Die erwachsene Biene dient der Varroa-Milbe zur Ausbreitung. Durch die Globalisierung hat sich zudem die Milbe rasant verbreitet.

Mutation der Varroa-Milbe

Bisher ist die Varroa-Milbe auf der ganzen Welt verbreitet, außer in Australien und in der Antarktis, aber hier leben sowieso keine Bienen. Molekularbiologische Untersuchungen haben gezeigt, dass die ursprüngliche Varroa jacosoni mutiert ist. Diese eigene Art besitzt eine hohe Zerstörungskraft und erhielt deshalb einen anderen Namen (Varroa destructor).

Interessant:

Einige europäische Bienenvölker entwickeln eine gewisse Abwehr gegenüber Varroa-Milben. Sie haben das sogenannte VSH-Merkmal (Varroa Sensitive Hygiene). Aus diesem Grund importierte Australien 2021 europäische Bienenvölker mit diesem Merkmal. Allerdings gestaltete sich dieses Vorhaben mehr als schwierig. Schuld daran war die Corona-Pandemie. Durch die Verzögerungen bei der Lieferung kamen viele Bienenköniginnen gar nicht, waren tot oder in einem sehr schlechten Zustand. Australische Forscher haben die Überlebenden künstlich befruchtet und hofften auf ein gutes Ergebnis.

Nähere Informationen hierzu erfahren Sie in unserem nächsten Beitrag, welcher sich exklusiv diesen VSH-Bienen widmet.

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