Bienen und Honig

In der Honigverordnung steht: „Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen.

Bis dieser Honig jedoch hergestellt ist, ist eine ganze Menge Arbeit und eine große Anzahl an Bienen notwendig.

In einem Sammelflug einer Arbeiterin im Sommer, kommt diese mit 25-35 mg Nektar oder 2,3 Mio. Pollenkörner zurück geflogen. Umgerechnet müsste eine Biene für 500 g Honig (übliche Honigglasgröße) circa 20.000 mal ausfliegen. Je nach Blüte und vorkommen von Honigtau entstehen durch den Eintrag von Nektar unterschiedliche Arten von Honig mit unterschiedlichen Zusammensetzungen von circa 180 verschiedenen Inhaltsstoffen.

Doch wie entsteht überhaupt Honig?
Diese Frage kann nicht kurz und knapp beantwortet werden. Honig wird von Honigbienen aus dem Nektar von Blüten oder aus Honigtau erzeugt. Aber erst dann, wenn der laufende Bedarf für die Ernährung des Volkes und die Aufzucht der Brut gedeckt ist, wird Honig im Überschuss erzeugt. Der Honig ist somit die Nahrungsreserve der Bienen.

Pflanzen setzen ihren Siebröhrensaft zum Stofftransport ein. Die Blütenpflanzen scheiden diesen Saft in Form von Nektar aus. Mit diesem locken sie Insekten, wie beispielsweise die Biene, an. Durch das Sammeln von Nektar übernehmen die Bienen bei ihrem Flugverkehr von Blüte zu Blüte ganz nebenbei noch die Bestäubung, auf welche die Pflanze angewiesen ist. Somit werden sie für Obstbauern und Landwirte unverzichtbare Helfer und tragen hiermit maßgeblich zu einer guten Ernte bei. Im Gegenzug brauchen die Bienen den Nektar der Blüten, denn sie gewinnen aus ihm den Honig, den sie als auch Futtervorrat für den Winter anlegen und der somit das Überleben des Volkes sichert. Dieser Honig, der aus dem Nektar von Blüten entsteht, heißt Blütenhonig. Abhängig von den Pflanzenarten, von denen die Bienen sammeln, hat der Honig andere Eigenschaften. Akazienhonig ist sehr hell und bleibt flüssig. Andere sortenreine Honige werden dagegen fest, wie beispielsweise Raps- oder Alpenrosenhonig.

Das flüssige Gold der Honigbienen hat je nach Sorte eine andere Farbe und ist sehr gesund. Um Zucker in Nahrungsmitteln abzubauen, wird dem Körper Vitamin E entzogen. Dieses Vitamin zum Zuckerabbau liefert der Honig jedoch direkt mit!

So macht die Biene ihr “Gold”

Süß, natürlich und aromatisch: Honig ist eines der beliebtesten Lebensmittel diesseits. Nirgendwo sonst auf der Welt wird so viel verzehrt wie in Deutschland. So isst jeder Mensch statistisch betrachtet knapp ein Kilo Honig pro Jahr. Jedoch ist die Nachfrage erheblich größer als das bestehende Angebot der heimischen Imker. Honig ist generell sehr gesund und daher so beliebt.
Die Honigbienen tragen den Namen aufgrund ihrer Arbeit, denn im Vergleich zu den wilden Verwandten stellen sie den flüssigen Aufstrich für das Brot her. Doch nur das Sammeln von Nektar oder Honigtau reicht noch nicht zum Herstellen des Honigs aus.

Auf dem täglichen Flug steuern die Bienen blühende Pflanzen an und saugen mit dem Rüssel vor allem Nektar oder den Honigtau aus den Blüten aus. Diesen lagert eine Biene im sogenannten Honigmagen oder in der Honigblase ein, bis diese zurück im Stock ist. Hier übergibt diese den Inhalt der Blase einer Stockbiene, die ihn dann weitergibt. Bei diesem Vorgang reichert sich der Honigtau oder der Nektar mit Enzymen, Säuren, Eiweißen und anderen Stoffen der Tiere an. Weil der Gehalt an Wasser in diesem Zustand noch sehr hoch ist und zu einer Gärung der Honigmasse führen würde, muss eine Biene den Vorgang mehrfach wiederholen bis der Nektar zäh und verdickt ist. Ist der Wassergehalt passend, dann verteilt die Biene den Nektar in den leeren Zellen der Wabe. Dabei lässt diese stets etwas Spielraum und füllt die Wabe nie gänzlich. Dies erhöht die Verdunstung, welche die Biene durch Schläge mit den Flügeln noch beschleunigt. Ab dem Wassergehalt von 20 Prozent oder weniger ist der Bienenhonig fertig und wird in die lagernden Zellen transportiert, wo dieser mit einer Wachsschicht abgedichtet wird, welche luftundurchlässig ist.

Die Bienen bedienen sich zugleich des Honigtaus, welcher vor allem von Blattläusen produziert wird. Die Läuse ernähren sich vom Saft der Nadel- und der Laubbäume. Die klebrigen und süßen Ausscheidungen sind der Honigtau. Der Honig, welchen die Bienen hieraus herstellen, ist besonders aromatisch und dunkel. Dieser ist als Tannen- oder Waldhonig im Handel erhältlich.

Wie sind die Bienen im Volk organisiert?
Die Honigbienen Apis mellifera sind hinsichtlich ihrer Organisation faszinierende Insekten und strikt organisiert. Eine Honigkolonie besteht aus drei Arten von Bienen: der Arbeiterin, der Drohne und der Königin. Honigbienengemeinschaften bestehen in der Regel aus etwa 20 bis 40.000 Arbeitern, je nach Jahreszeit zwischen null und einigen tausend Männern (Drohnen) und einer einzigen Königin, der Mutter der Kolonie.

Die Larvenentwicklung besteht aus fünf Stadien. A. mellifera entwickelt sich mit vollständiger Metamorphose. Das Puppenstadium beginnt, wenn eine Zelle von Arbeiterbienen versorgt wird und resultiert nach 16 bis 24 Tagen in einer erwachsenen Biene, die aus der Zelle austritt.

Königin als begattetes Weibchen – die Majestät

Die Funktion der Königin liegt im Legen von Eiern und dem Zusammenhalt des Bienenvolkes.

Königinnen sind circa doppelt so groß als normale Bienen, haben eine spezielle Anatomie und leben viel länger. Die Entwicklung vom Ei zur fertigen Königin erfolgt mit 16 Tagen deutlich schneller. Alle diese Unterschiede sind auf Differenzen in der Larvenaufzucht zurückzuführen, vor allem auf die Ernährung. Der Entwicklungsverlauf einer weiblichen Larve vom Arbeiter zur Königin kann erst am dritten Tag der Larvenentwicklung bestimmt werden, da bis zu diesem Tag alle Bienen das begehrte Gelee Royal bekommen. Wird eine Zelle weiterhin mit diesem Gelee Royal gefüttert, so wird vom Volk der Entwicklungsweg zu einer neuen Königin festgelegt. Die gesamte Dauer der Larvenentwicklung beträgt 5 bis 6 Tage. Eine andere Ernährung über eine Dauer von 2 bis 3 Tagen hinweg führt somit zu tiefgreifenden Unterschieden in der Entwicklung und dem Alter. Königinnen leben länger. Königinnen, die 2 bis 3 Jahre alt sind, sind nicht ungewöhnlich, obwohl sie normalerweise weniger als ein Jahr in wilden Bienenstöcken leben.

Arbeiterinnen (unbegattete weibliche Bienen):

Ein Bienenvolk besteht nahezu ausschließlich aus den unfruchtbaren und weiblichen Bienen. Dies sind die Arbeiterinnen. Ihre Anzahl variiert je nach Jahreszeit von 10.000 im Winter bis zu 70.000 im Sommer. Diese erfüllen eine Reihe an verschiedenen Aufgaben, vom Futtersammeln bis hin zur Brutpflege.

Die meiste Zeit des Lebens verbringen die Bienen nicht als Honigsammlerinnen, sondern im Dunkeln des Stocks. Diese bewachen vor allem den Eingang zum Stock, legen Vorräte für den Winter an und pflegen gleichzeitig die Brut. Hierbei hat jede Arbeiterbiene eine Aufgabe, welche je nach Alter wechselt.
In den Bienenstöcken wird nicht nur zwischen Königin und Arbeiterin unterschieden. Für spezielle Aufgaben haben sich zugleich Berufsgruppen ausgebildet. Da beispielsweise im Nest der Honigbienen im Laufe der zehntägigen Puppenphase stets konstant 35 Grad Celsius vorherrschen müssen, gibt es die sogenannten Heizerbienen. Diese schlagen mit den Flügeln und bewirken auf diese Weise die nötige Wärme.

Arbeiterinnen erfüllen aber noch eine Vielzahl an weiteren Aufgaben im Stock, beginnend bei der Reinigung der Waben, der Pflege von neuer Brut, dem Aufbauen von Waben und dem Sammeln des Nektars. Die Lebensdauer der Biene hängt ebenfalls von der Saison ab und kann von 30 – 40 Tagen im Sommer und 6 – 7 Monaten im Winter variieren.

Obwohl Die Arbeiterinnen weiblich sind, legen diese normalerweise keine Eier.

Drohnen (männliche Bienen):

Die männlichen Tiere, die Drohnen, gibt es lediglich für einige Wochen im Jahr. Diese haben nur den Lebenszweck, dass diese die Königin auf dem Hochzeitsflug besamen. Dabei sterben sie. Die Drohnen werden im Herbst bei der „Drohnenschlacht“.

Die Brut – Das Herzstück des Bienenvolkes

In der Hochsaison von Mai bis Juni legt die Königin bis zu 2000 Eier pro Tag.

Die Königin verwendet eine bestimmte Auswahl an Pheromonen um mit dem Volk zu kommunizieren, dieses zusammenzuhalten und die gelegten Eier zu markieren. Wenn die Königin ein Ei legt, überzieht sie dieses mit einer Verbindung von Pheromonen, dass ihren Arbeitern den Ursprung dieses Eies mitteilt. Hierdurch unterscheiden die Arbeiterinnen zwischen echten Königinneneiern und Eiern, die Arbeiterinnen manchmal im Brutnest ablegen. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig,  da die Königin das einzige fortpflanzungsfähige Weibchen im Volk ist.

Die gelegten Eier einer Königin ähneln der Form eines Reiskornes, sind jedoch in der Größe deutlich kleiner (1,2 – 1,8 mm lang und 0,4 mm in der Dicke) können jedoch in der Verteilung aufgrund genetischer Unterschiede stark variieren.

Die Entwicklung vom Ei zur schlüpfenden Biene hängt von der Art des Eies ab. Aus befruchteten Eiern schlüpfen Arbeiterinnen innerhalb von 21 Tagen. Bei Drohnen, welche 24 Tage zur Entwicklung brauchen, handelt es sich um unbefruchtete Eier. Königinnen brauchen hingegen für die vollständige Entwicklung 16 Tage und werden als einzige Bienen über die gesamte Entwicklung mit Gelée Royale gefüttert.

Schwarm – Der natürliche Weg zur Verjüngung des Volkes

Das Schwärmen einer Bienenkolonie ist ein normaler und natürlicher Prozess. Dies dient der Weiterentwicklung einer Kolonie und geschieht dann, wenn eine neue Königin geschlüpft ist und die alte Königin mit einigen Bienen – meist die Hälfte des Volkes oder auch mehr –  den Bienenstock verlässt. Dies geschieht dann, wenn das alte Bienenvolk zu wenig Platz hat, die alte Königin nicht die gewünschte Legeleistung erfüllt, das Verhalten der Pheromone sich verändert hat oder die bisherige Königin einfach zu alt ist. Die Entscheidung über das Anlegen einer Königinnenzelle entscheidet jedoch das Volk, nicht die Königin selbst.

Meist geschieht dieser Vorgang jedoch erst im 2 Jahr.

Nachdem die Bienen das alte Volk verlassen haben, lassen sie sich an einem Platz nieder, an dem sie sich in einer Traube aufhalten können. Dies ist meist ein Busch oder Baum. Nun entscheiden sich die Pfadfinderbienen darüber, ob der Platz beibehalten wird, oder ob das Volk weiter zieht. Ein „abgehender Schwarm“ fliegt in der Regel maximal einige hundert Meter weit, oftmals aber nur wenige Meter vom ehemaligem Stock.

Sollen Sie einen solchen Schwarm sehen, gerne uns oder einen weiteren Imker informieren, der diese in einen geeigneten Bienenkasten umsiedelt und ihnen somit ein neues Zuhause gibt.

Nach dem deutschen Bienenrecht, darf jeder Schwarm auch in fremden Grundstücken verfolgt und eingefangen werden.